Wer sich für die feine beziehungsweise außergewöhnliche Küche interessiert, hat sicherlich auch schon das Wort „Katzenkaffee“ vernommen. In den letzten Jahren taucht es immer häufiger in den einschlägigen Medien auf und hat auch schon in den Publikumsmedien für Aufsehen gesorgt. Doch was ist eigentlich das Besondere an diesem Heißgetränk? Seine Herstellung? Sein Geschmack? Oder handelt es sich ganz einfach um einen typischen Hype, auf den man nichts geben muss? Ein intensiver Blick auf die Katzenkaffeeproduktion hilft, die Antworten auf diese Fragen zu finden und liefert Erklärungsansätze dafür, warum dieser außergewöhnliche Kaffee zum Teil mehr als 300 Euro pro Kilo kostet.

So wird der „Katzenkaffee“ Kopi Luwak hergestellt

Um diesen Kaffee der besonderen Art herzustellen, sind selbstverständlich Kaffeebohnen notwendig. Welche Kaffeesorte von welcher Kaffeepflanze dabei zum Einsatz kommt, ist erstaunlicherweise nicht festgelegt. Vielmehr werden die Bohnen einem besondere „Veredelungsprozess“ unterzogen, den so manch ein einfacher Kaffeetrinker vielleicht nicht unbedingt als solchen bezeichnen würde. Der Clou liegt darin, dass eine besondere Wildkatzenart dazu gebracht wird, die Kaffeebohnen zu verspeisen. Während dieser Vorgang früher quasi zufällig in der Natur erfolgte, passiert dies heute meistens im Rahmen einer dafür aufgebauten Tierhaltung. Nachdem die Katze die Bohne gefressen hat, scheidet sie sie wieder aus – die Basis für den Katzenkaffee ist fertig.

Was passiert, wenn die Katze verdaut?

Der Vorgang, der beim Verdauen der Kaffeebohne durch die Katze abläuft, wird in der Fachwelt als Fermentation bezeichnet. Dies ist eine Gärung, die durch bestimmte Enzyme hervorgerufen wird – Bierliebhaber kennen dies sicherlich von der einen oder anderen Brauereibesichtigung, wo die Fermentation durch Hefepilze ausgelöst wird. Im Verdauungstrakt der Katze wirken also Enzyme auf die Bohne ein und verändern dabei stark ihr Aroma. Experten, die dem Katzenkaffee zum Teil sehr viel abgewinnen können, sprechen von einem selten vollen und „dunkel“ anmutenden Geschmack. Wer den Katzenkaffee eher für eine sinnbefreite Modeentscheidung hält, beschreibt das Geschmackserlebnis meist als eher muffig.

Welche Wildkatzen produzieren den Kaffee?

Ein alternativer Begriff für den Kaffee lautet „Kopi Luwak“ und beinhaltet direkt die Antwort auf die Frage nach der Katzenarzt. „Kopie“ ist das indonesische Wort für Kaffee, „Luwak“ die Bezeichnung für eine Wildkatzenart, die man bei uns auch unter dem Begriff Fleckenmusang kennt. Diese Katzen sind relativ klein und kommen natürlicherweise in Südasien und in Südostasien vor. Er hat ein dichtes Fell, das eine graubraune Farbe aufweist. An seinem Rücken zieht sich ein dunkler Streifen entlang. Neben dem Einsatz der Katze in der Kaffeeproduktion ist auch eine besondere Drüse eine große Besonderheit. Diese befindet sich unterhalb des Schwanzes und fungiert als Dufterzeuger.

Die Tierhaltung – Grund zur Sorge?

Ganz gleich, ob Kaffeetrinker den Geschmack des Kopi Luwak als angenehm empfinden oder nicht – auch der Blick auf die Herkunft des Kaffees sollte nicht fehlen. Während der Katzenkaffee zunächst vor allem aus Kaffeebohnen hergestellt wurde, die man in der Natur fand und einsammelte, entstand nach dem Hype um die Kaffeesorte eine ganze Kopi-Luwak-Industrie. Heute gibt es nicht wenige Betriebe in Asien, die Schleichkatzen halten und so den am Weltmarkt so stark nachgefragten Kaffee herstellen. Für die Tiere hat das zum Teil fatale Folgen, wie unter anderem die Tierschutzorganisation PETA konstatiert. Wer also vorhat, einen sogenannten Katzenkaffee zu probieren, sollte sich unbedingt nach der Herkunft der Bohnen erkundigen. Von einem Kauf aus unkontrollierter Erzeugung wird abgeraten. Wem die Angaben der Hersteller nicht glaubwürdig genug erscheinen oder wer sich schlicht und einfach nicht vorstellen mag, dass ein Tier bereits die Kaffeebohnen verdaut hat, die später in der eigenen Tasse landen, kann auch eine künstliche Alternative nutzen. Mittlerweile wurden Enzyme ermittelt und auch schon künstlich erzeugt, die für den Geschmack des Katzenkaffees sorgen. So kann auch eine Art künstlicher Kop Luwag produziert werden.

Wie fallen die Testberichte zum Katzenkaffee aus?

Wie bei so vielen Modespeisen und -getränken gibt es hundertprozentige Verfechter dieses extravaganten Kaffees und ebenso viele Menschen, bereits verdaute Kaffeebohnen eher abschreckend finden. Wer also wissen möchte, ob er es hier seinem neuen Lieblingsgetränk zu tun haben könnte, sollte den Schritt wagen und sich eine Tasse dieses besonderen Kaffees gönnen.


 

Foto: © Rasulov – Fotolia

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