Gaggia ist seit Jahrzehnten bekannt und stand immer für geniale Espressomaschinen für den Heimbedarf, die professionellen Siebträgern kaum nachstehen – das scheint mittlerweile aber leider vorbei zu sein, denn die von Philipps geführte Firma hat bei der RI9403 im Vergleich zum Vorgänger extrem „verschlimmbessert“.

Die immerhin rund 250 Euro teure Maschine wurde scheinbar mit möglichst günstigen Komponenten dem Vorgänger nachempfunden, was dem ein oder anderen optisch vielleicht nicht auffallen mag, am Ende aber ein echtes Unding ist.

Wo möglich wurde Kunststoff verbaut, der massive Kessel durch dünnwandigen Edelstahl ersetzt und auch die Haptik leidet unter den günstigen verbauten Teilen.

Trotz allem wollen wir uns die Gaggia RI9403 einmal anschauen, denn der Vorgänger ist leider nicht mehr erhältlich – und so bleibt nur ein sehnsüchtiger Blick in die Vergangenheit zurück.

Auf den ersten Blick: Solide Ausstattung

15 Bar Pumpendruck, Siebträger mit optionalem Einsatz für E.S.E. Pads, Dampfdüse, Tassenwärmer, Oberfläche aus Edelstahl.

Die Ausstattung liest sich zunächst einmal ganz ordentlich, denn es wird im Grunde genommen all das geboten, was man für den täglichen Espresso braucht – zwar gibt es keine Einstellungsmöglichkeiten für Brühtemperatur, -druck und anderer Parameter, die sind aber ja auch für viele Nutzer uninteressant.

Die Ausstattung an sich ist also nicht das Problem, sondern vielmehr die Umsetzung – gerade wenn man den Preis von 250 Euro und den Vorgänger der Gaggia RI9403 als Maßstab nimmt.

Aber schauen wir uns das Ganze doch einmal im Einzelnen an:

Günstige Materialien sorgen für Qualitätsverlust

Und zwar auch beim fertigen Espresso. Wieso? Ganz einfach:

Es beginnt schon beim Kessel, der recht dünnwandig ist. Das hat zur Folge, dass das Wasser während dem Brühvorgang schon recht deutlich an Temperatur verliert – je länger das Wasser durch das Kaffeemehl gepresst wird, desto kälter wird es also, was am Ende den Geschmack beeinflusst. Dieser Effekt ist nicht riesig, fällt dem Espresso-Enthusiasten aber durchaus auf.

Weiter geht es beim Siebträger selbst: Hier kommt weniger Edelstahl und mehr Kunststoff zum Einsatz, unter anderem an den Auslässen – das sieht zum einen wenig schön aus und ist zum anderen natürlich deutlich kurzlebiger.

Auch die Dampfdüse ist aus Kunststoff – das ist aber nicht das Problem. Denn das besteht darin, dass der Dampf nicht mehr stufenlos geregelt werden kann, wodurch man die Feinporigkeit des Milchschaums kaum beeinflussen kann.

Produktfotos in der Übersicht

Noch mehr Schwächen im Vergleich zum Vorgänger

Es sind die Details, die richtig gute Produkte ausmachen – und die hier dafür sorgen, den wenig positiven Eindruck zu unterstreichen:

Dazu gehört unter anderem die Abschaltautomatik – grundsätzlich eine gute Sache zum Energie sparen, hier greift sie aber schon nach 9 Minuten. Das hat zur Folge, dass sich die Brühgruppe nicht richtig aufheizen kann, was wiederum den Geschmack beeinträchtigt.

Es sind diese scheinbar kleinen Details, die die Gaggia RI9403 weit hinter den Erwartungen zurückbleiben lassen und dafür sorgen, dass sie im Vergleich zur Konkurrenz im Preissegment weit hinter den Vorgänger zurückfällt.

Natürlich ist nicht alles schlecht!

Das alles und auch die Bewertungen im Netz hören sich desaströs an, beziehen sich aber immer auf den Preis und den Vergleich zum Vorgänger – denn natürlich kann auch diese Maschine Espresso kochen und Milch aufschäumen.

Der Gesamteindruck ist aber angesichts des Preises einfach nicht so, wie man es erwarten könnte und die ganze Maschine wirkt leider komplett kostenoptimiert. Was fehlt ist der Funke, der beim Vorgänger noch übersprang – und so ist hier die Optik leider das einzige, das noch wirklich überzeugen kann. Schade Gaggia, das könnt ihr besser.

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