Nachdem Gaggia den ein oder anderen – und auch uns – mit der neuen kostenoptimierten Ausrichtung verärgert hat, wollen wir uns heute dem nächsten Modell zuwenden: Der Gaggia RI825 Carezza Deluxe, die für aktuell rund 240 Euro zu haben ist.

Das ist viel Geld, ohne Frage, aber für einen guten Siebträger mehr als angebracht – fragt sich nur, ob die Carezza Deluxe auch in diese Kategorie fällt.

Wir haben uns einmal angeschaut, was die Espressomaschine bietet, wie es hier um die Materialwahl und Verarbeitungsqualität bestellt ist und wie die Maschine am Ende insgesamt abschneiden kann – und eines können wir schon jetzt sagen: Der Gesamteindruck ist nicht so negativ geprägt, wie das bei der RI9403 der Fall war.

Design, Material, Qualität

Design ist natürlich immer Geschmackssache, doch Gaggia gelingt die Kombination aus Kunststoff und Edelstahl recht gut – natürlich sieht es nicht ganz so edel aus wie ein Siebträger komplett aus Edelstahl, die RI825 Carezza Deluxe macht in der Küche trotzdem einen guten Eindruck.

Kunststoff prägt aber nicht nur das Bild des Gehäuses – er wird fast überall da verwendet, wo es möglich ist. Das ist wohl der kostenoptimierten Produktpolitik von Philipps geschuldet, die auch bei anderen Modellen von Gaggia den Rotstift anlegten.

Insgesamt ist die Qualität allerdings zufriedenstellend, wenn auch nicht zu vergleichen mit früheren Modellen, bei denen teilweise das Innenleben fast komplett aus Metall gefertigt war.

Die technischen Eckdaten

Der Wassertank ist mit 1,4 Liter recht knapp bemessen, lässt sich zum einfachen Befüllen allerdings herausnehmen – dazu lässt sich der Wasserstand an der Vorderseite der Maschine ablesen, was uns ebenfalls gut gefällt.

Die Pumpe im Inneren leistet 15 bar, was der Standard vieler Espressomaschinen ist und vollkommen ausreicht, um den für die charakteristische Crema nötigen Druck aufzubauen.

Dazu bietet die RI825 Carezza Deluxe von Gaggia dann noch eine Dampfdüse, die bei diesem Siebträger zum Glück wieder in ihrer Stärke geregelt werden kann – so lässt sich gut darauf Einfluss nehmen, wie fein der Milchschaum wird.

Der Siebträger ist in diesem Fall ein „Gran Crema“, in den zwei Einsätze gesetzt werden können, um wahlweise ein oder zwei Tassen Espresso zuzubereiten – verwendet werden können außerdem auch E.S.E. Pads.

Produktfotos in der Übersicht

Einfache Bedienung und nützliche Zusatzfunktionen

Das Bedienfeld der Gaggia RI825 Carezza Deluxe ist sehr aufgeräumt, denn statt unzähligen Einstellungsmöglichkeiten, die viel Eingewöhnung erfordern, finden sich hier nur die nötigsten Knöpfe – das erleichtert auch Einsteigern ins Thema Siebträger den Umgang.

Trotzdem gibt es einige Funktionen, die nicht selbstverständlich sind und uns sehr gut gefallen.

Dazu gehört unter anderem das Spülprogramm – so kann man vor jedem Brühen die Maschine einmal durchspülen, wodurch sie sich gleichmäßig erhitzt, was am Ende für idealen Geschmack sorgt.

Zu diesem Zweck gibt es auch eine Vorbrühfunktion – das ist in diesem Preissegment nicht oft anzutreffen.

Wer möchte, kann den Tank der Gaggia RI825 Carezza Deluxe auch mit einem Wasserfilter ausstatten – auch so zeigt die Maschine aber an, wenn es mal wieder Zeit zum Entkalken ist.

Ein solider Siebträger mit leichten Schwächen

Grundsätzlich gefällt der Gaggia RI825 Carezza Deluxe wirklich gut – er bietet alles, was man sich als Einsteiger in das Thema Siebträger wünscht und das zu einem moderaten Preis.

Was weniger gefällt, ist die zunehmende Verwendung von Kunststoff, die aus Gründen der Kostenoptimierung ein echter Trend zu sein scheint – hier wären uns mehr Metallteile definitiv einen leichten Aufpreis wert.

Insgesamt ein solider Siebträger für Einsteiger, der als Sprungbrett in die komplexe Welt der Espresso-Zubereitung gesehen werden sollte.

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